Sprechen, von Mensch zu Mensch

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir selbst sind so manche Situationen begegnet, in den ich im Kontakt mit anderen Menschen heillos überfordert war. Situationen, in den ich nicht sagen konnte, was ich wollte oder in denen ich etwas gesagt habe, was ich gar nicht so meinte oder in denen ich gar nicht verstanden worden bin und den Anderen nicht verstehen konnte.

Mit der Berührung von Gewaltfreier Kommunikation und Mediation in meinem Leben ist ein wichtiger Lichtblick und eine neue Möglichkeit entstanden, mit anderen – und vor allem mit mir selbst – authentischer und wohlwollender umzugehen. Es ist möglich geworden, Verbindung und Beziehung zu leben, die ohne „richtig und falsch“, „Du oder ich“ und „kämpfen oder weglaufen“ auskommt.

Das möchte ich von Herzen gerne mit anderen Menschen teilen und dazu beitragen, dass sich dieser authentische Umgang vermehrt und wächst. Ich möchte Menschen dabei unterstützen und begleiten, ihren Weg mit sich und anderen ganz lebendig und authentisch zu gehen. Ein Weg, der Urteile und Bewertungen überflüssig macht. Der Klarheit darüber verschafft, was Sie wirklich sind, bzw. was hinter Ihnen für Bedürfnisse und Gefühle stecken.

Panel 1

Gewaltfreie Kommunikation

„Das Spiel, das mir am meisten Spaß bringt, heißt „Das Leben wunderbar machen“. Die meisten Leute spielen „Wer hat Recht“ und sie wissen nicht, dass es auch ein anderes Spiel gibt. „Das Leben wunderbar machen“ können wir auch mit Leuten spielen, die „Wer hat Recht“ gewöhnt sind – niemand wird das weiter spielen wollen, wenn er die Wahl hat.”
– Marshall Rosenberg –

 

Dr. Marshall Rosenberg, Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, hat sich intensiv mit folgender Frage auseinandergesetzt: Wie können Menschen auch in Situationen, in der sie nicht einer Meinung sind oder etwas anderes wollen als der jeweilige andere, in Kontakt bleiben und Lösungen finden, bei denen niemand verliert. Er hat dabei Thesen entwickelt, aus denen dann die Gewaltfreie Kommunikation entstanden ist.

Die Gewaltfreie Kommunikation besteht im Wesentlichen aus der Annahme, dass ein einfühlsamer Umgang miteinander und die Kommunikation über eigene Gefühle und Bedürfnisse dazu führt, dass Menschen in Verbindung kommen können, ohne sich (emotional) zu verletzten. Marshall Rosenberg bedient sich der Giraffe als Sinnbild für die Gewaltfreie Kommunikation, deshalb spricht man auch oft von der „Giraffensprache”, wenn es um GFK geht.

Zur Umsetzung und Unterstützung dieser Idee hat Marshall Rosenberg die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation entwickelt. Die 4 Schritte helfen dabei, strukturiert und einfühlsam die eigene Seite und die des anderen wahrzunehmen und zu kommunizieren. Die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation geben dabei eine Orientierung und sind nicht als strikte Methode gedacht. Denn die eigentliche Gewaltfreiheit entsteht durch die Haltung dahinter und nicht durch die Struktur an sich. Es ist eine Sprache des Herzens, die ohne Herz und Verletzlichkeit nicht zu sprechen, bzw. nur eine Hülle ohne Inhalt ist.

Die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg

1. Beobachtung, beobachtet oder bewertet

Bei diesem Schritt geht es darum, die reine Beobachtung von der Bewertung einer Situation zu trennen. Die Bewertung nennt man in der Gewaltfreien Kommunikation „Ärger- oder Gedankenshow”. Sie hat einen wichtigen Platz, aber es ist gut, sie nicht mit dem Gegenüber in der Situation zu teilen, sondern sie wie eine Art Kopfkino für sich zu behalten. Eine reine Beschreibung der Beobachtung ist nicht so einfach; helfen kann dabei die Frage, wie würde ein Roboter die Situation beschreiben, was wurde getan, gesehen, gehört etc.

2. Gefühl, gefühlt oder gedacht

In diesem Schritt wendet man sich den Gefühlen zu, die durch die Situation ausgelöst wurden. Dabei ist es wichtig, zwischen echten und unechten Gefühlen zu unterscheiden. Gefühle sind im Körper wahrnehmbar und Ausdruck davon, ob bestimmte Bedürfnisse erfüllt oder nicht erfüllt sind. Ein Beispiel für ein echtes Gefühl ist: „Ich bin traurig, wütend, entspannt, fröhlich“ usw., ein Beispiel für ein unechtes Gefühl ist, „Ich fühle mich überfahren, ausgenutzt, hintergangen“ usw. Wenn Verben wie im vorhergehenden Beispiel benutzt werden, handelt es immer unechte, also Pseudogefühle.

3. Bedürfnis, Bedarf oder Strategie

Hier geht es darum, zu unterscheiden, welche Bedürfnisse hinter unseren Gefühlen stecken. Die Merkmale von Bedürfnissen sind: sie sind für alle Menschen gleich. Wir alle brauchen Fürsorge, Nahrung, Wärme, Kommunikation, Freundschaft, Leichtigkeit, Stabilität etc. Und Bedürfnisse sind unabhängig von einer Person, Situation und Zeit. Leicht wird ein Bedürfnis mit der Strategie zur Erfüllung eines Bedürfnisses verwechselt. Eine Strategie könnte sein, mit seiner Katze zu kuscheln, wenn man das Bedürfnis nach Nähe hat oder zu meditieren, wenn man das Bedürfnis nach Ruhe hat. Aber für diese Bedürfnisse können auch andere Strategien zielführend sein. Das ist ein ganz zentraler Punkt in der GFK, dass wir unsere Bedürfnisse erkennen und die Möglichkeit bekommen, viele verschiedene Strategien zu entwickeln um für ihre Erfüllung zu sorgen.

4. Bitte, gebeten oder gefordert

Bitten in klarer, positiver, konkreter Handlungssprache zu formulieren bringt das zutage, was wir wirklich wollen. Je klarer wir wissen, was wir vom anderen bekommen möchten, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich unsere Bedürfnisse erfüllen. Bitten beziehen sich immer auf die Gegenwart und sind im hier und jetzt erfüllbar.

Eine unterstützende Frage kann sein: „Woran würde ich erkennen, dass der andere meine Bedürfnis erfüllt? Was tut er?“

  • Bitte auf Verständnisebene: Um sicherzugehen, dass die Botschaft, die wir aussenden, identisch ist mit der Botschaft, die empfangen wird, bitten wir den Zuhörer, sie wiederzugeben.
  • Bitte auf Beziehungsebene: Nachdem wir uns offen ausgedrückt haben, möchten wir oft gerne wissen was der Zuhörer dabei empfindet.
  • Bitte auf Handlungsebene: Nachdem wir uns offen ausgedrückt haben, möchten wir oft gerne wissen, ob der Zuhörer bereit ist, etwas Bestimmtes zu tun.

Wenn jemand eine Forderung von uns hört, dann sieht er zwei Möglichkeiten: Unterwerfung oder Rebellion. Es handelt sich um eine Forderung, wenn der Sprecher kritisiert, verurteilt oder Schuldgefühle „macht“. Es ist eine Bitte, wenn der Sprecher einfühlsam auf die Bedürfnisse der anderen Person eingeht.

Die 4 Schritte und die empathische Haltung in der Gewaltfreien Kommunikation sind die Basis. Aufgrund dieser Basis bieten sich noch viele weitere Prozesse und Möglichkeiten, die hier auf Grund der Fülle nicht zu beschreiben sind.

Wenn es Sie interessiert, dann schauen sie doch einfach unter „Seminare“. Ich biete regelmäßig Einführungsseminare in Gewaltfreier Kommunikation an.

Panel 2

Mediation

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt.“
– Virgina Satir –

 

Auseinandersetzungen gehören zum Leben dazu und können sogar äußert hilfreich sein, um eigene Grenzen zu setzen, um das Miteinander zu verbessern, authentische Beziehungen zu führen und auch, um sich näher zu kommen. Leider scheitern wir aber auch sehr häufig in unseren Konflikten und erleben Eskalation, Hilflosigkeit und Ratlosigkeit. In diesen Fällen kann eine Mediation helfen und unterstützen.

Mediation ist ein Konfliktbearbeitungsmodell, welches in einer klaren Struktur verankert ist. Der Mediator, bzw. die Mediatoren begleiten die Konfliktparteien durch den Prozess der Mediation, der zwischen zwei oder mehreren Parteien stattfindet. Grundlegend ist dabei, dass der Mediator allparteilich und neutral allen Streitparteien gegenüber ist. Er moderiert die Gespräche und sorgt dafür, dass vorher gemeinsam festgelegte Grenzen eingehalten werden. Aber er ist nicht in den Konflikt involviert.

Ziel dabei ist es, einen sicheren und wertfreien Raum zu kreieren, in dem alle Beteiligten gehört werden und die anderen Parteien hören. Und die Möglichkeit bekommen, gleichberechtigt und gemeinsam eine Lösung zu finden. Wichtig ist, dass alle Beteiligten aus freien Stücken an der Mediation teilnehmen.

Die Gewaltfreie Kommunikation in der Mediation

Dr. Marshall Rosenberg spricht davon, dass Menschen in einem Konflikt sich – nach dem normalen gesellschaftlichen Paradigma in einem Konflikt – entweder unterwerfen oder rebellieren können. Konflikte eskalieren häufig dann, wenn sich niemand findet, der sich unterwerfen will.

Ziel der Mediation ist es, einen Konsens, bzw. eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden. Die Gewaltfreie Kommunikation hat zum Ziel, mit sich selbst und mit anderen wieder in einfühlsamen Kontakt zu kommen und gemeinsam neue Strategien zu finden, die alle bestehenden Bedürfnisse mit einbeziehen. Das entscheidende Mittel ist dabei die empathische Haltung und das erraten, bzw. erfühlen von Gefühlen und Bedürfnissen.

Die Mediation kostet 90 €/Sitzung, welche ca. 60–90 min. dauert. Eine Mediation braucht häufig 3–5 Sitzungen.

Panel 3

Empathiesitzungen

„Wenn … dir jemand wirklich zuhört, ohne dich zu verurteilen, ohne dass er den Versuch macht, die Verantwortung für dich zu übernehmen oder dich nach seinen Mustern zu formen – dann fühlt sich das verdammt gut an. Jedes Mal, wenn mir zugehört wird und ich verstanden werde, kann ich meine Welt mit neuen Augen sehen und weiterkommen. Es ist erstaunlich, wie scheinbar unlösbare Dinge doch zu bewältigen sind, wenn jemand zuhört.“
– Carl Rogers –

 

Für mich selbst ist Empathie ein wundervolles Mittel um mich ganz angenommen zu fühlen und es erfüllt mir das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit und Heilung. Es nährt mich und macht mich immer wieder unabhängiger vom Verhalten der Anderen.

Entgegen der Annahme, dass andere viel besser wissen, wie uns geholfen werden kann, liegt die Lösung dazu gewissermaßen schon in uns selbst. Wir selbst sind die Experten für unser Leben und um tief mit uns in Kontakt zu kommen hilft es, Jemand zu haben, der uns ohne Ratschläge, tröstende Worte oder Analysen zuhört und der uns einen geschützten Raum bereit hält in dem wir uns ganz nachspüren können.

Empathie bedeutet einen präsenten und urteilsfreien Gegenüber, welcher zuhört und unterstützt bei den Gefühlen und Bedürfnissen, um bei unangenehmen und auslösenden Situation in Kontakt zu kommen. Häufig ist es schon heilsam und entspannend, ganz gesehen und gehört zu werden.

Marshall Rosenberg konnte mit Hilfe von Empathie einer Vielzahl von Menschen unglaublich helfen. Empathie ist seiner Meinung nach „das“, was wir alle brauchen um weniger gewaltvoll mit uns selbst und mit anderen umzugehen. Und es würde außerordentlich dazu beitragen, unseren Planeten zu einem friedlichen Ort zu machen.

Ihr seid herzlich eingeladen, es auszuprobieren.

Schnupper-Empathie:  15 €/20 min.
Empathie-Sitzung: 40–80 € (Dauer liegt zwischen 30–60 min.), je nach den eigenen finanziellen Möglichkeiten.

Panel 4

Über mich

„Begegnen wir den tiefen inneren Verletzungen und Wunden, die wir alle in unterschiedlicher Ausprägung in uns tragen, mit der warmen und herzlichen Energie des Mitgefühls, so können sich diese in die zugrunde liegende strahlende Schönheit wandeln, die unserem wahren Wesen entspricht und dem Erleben inne wohnt.“
– Robert Gonzales –

 

Mein Name ist Franziska Heurich. Ich lebe in Leipzig, bin seit 2008  Mama von einem Sohn und ich lebe mit meinem Freund seit vielen Jahren in einer wilden Ehe.

Ich liebe Menschen und die Menschlichkeit

Mich bereichern von ganzem Herzen Begegnungen mit anderen. Im Grunde könnte man sagen, das ist mein Hobby. Um dieses Hobby zum Beruf zu machen, habe ich Soziale Arbeit studiert und arbeite seit 2005 auch in diesem Bereich. Mit Beginn des Studiums und der Praxis bin ich zuallererst mir selbst begegnet. Und es sichtbar geworden, dass auch ich Verletzungen und Wunden habe, die mir so nicht bewusst, bzw. die zumindest für mich nicht erkennbar waren. Aufgrund der Beschäftigung mit den Menschen und ihren Problemen sind mir viele Möglichkeiten der psychischen Heilarbeit begegnet. Einige davon habe ich ausprobiert. Ich habe mir Menschen gesucht, die mich mit der einen oder anderen Methode begleitet haben.

Und was soll ich sagen: Eine unglaubliche Reise begann.

Mit dabei waren Verhaltenstherapie, Meditation, systemische Therapie, Homöopathie, Mantrenprozesse, Aufstellungsarbeit, Somatic Experiencing – und Gewaltfreie Kommunikation. Ein Ende des Heilens und Wachsens ist nicht in Sicht, aber ich habe viele tolle Etappenziele  erreicht.

Für mich ist es wichtig, dass Menschen, die andere Menschen begleiten, auch mit sich selbst auf dem Weg sind. Denn wir alle sitzen im selben Boot. Und für mich ist es sehr wertvoll, wenn Begleiter ihre Themen kennen und sich gut darum kümmern. Zum einen fördert es das Verständnis und die Authentizität und führt zum anderen zu einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Diese wünsche ich mir beim Begleiten, aber auch beim begleitet werden.

Ich habe in den letzten Jahren immer im Bereich „Hilfe und Beratung“ gearbeitet und bin aktuell (neben der Selbstständigkeit) in einer Erziehung- und Familienberatungsstelle tätig.

Folgende Ausbildungen habe ich gemacht: